Viagra: Das sollten Männer wissen

München - Versagensängste, Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Medikamente: Für Erektionsstörungen gibt es viele Ursachen. Allerdings ist Viagra nicht für jedermann geeignet.

Männer müssen stark sein. Sie zeigen keine Schwächen. Und wenn’s im Bett mit fortgeschrittenem Alter nicht mehr ganz so klappt, packt sie Panik. „Sie haben das Gefühl, als Mann und Partner zu versagen“, weiß der Münchner Arzt und Sexualwissenschaftler Prof. Götz Kockott. Am liebsten würde er den Männern diese Ängste nehmen. Denn längst kann vielen geholfen werden. Nicht nur durch Viagra und Co., sondern auch durch psychotherapeutische Beratung und Eigeninitiative – etwa den Verzicht auf zu viel Fett, Zigaretten und Alkohol. Was sollten alle, die noch Träume und Sehnsüchte haben, wissen:

Stichwort Erektion: Was ist normal im Alter?

Es dauert länger, bis ältere Männer eine Erektion bekommen. Die ist dann auch nicht mehr so beständig wie früher. Das ist (leider) normal – hält aber zum Glück selbst 80-Jährige nicht von Liebe und Zärtlichkeiten ab. Über Erektionsstörungen (medizinisch: „erektile Dysfunktion“) spricht man laut Urologe Dr. Stefan Schoeler erst, „wenn über sechs Monate hinweg und in den allermeisten Fällen keine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion stattfindet“.

Woran können Erektionsprobleme liegen?

Jeder zweite Mann ab 60 bangt um seine Manneskraft. Herz-Kreislauferkrankungen, Übergewicht und Medikamente wie Betablocker oder Antidepressiva können die Ursache sein. Auch Versagensängste und Partner-Probleme spielen eine Rolle.

Warum sind oft Diabetiker und Raucher betroffen?

Diabetes kann die Penis-Nerven schädigen. Nikotin indes verengt und verstopft die Blutgefäße. Ein starker Blutfluss ist aber Grundvoraussetzung für jede Erektion.

Gibt es die perfekte Länge? Was passiert bei einer Erektion oder Ejakulation? In unserem großen Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie über den Penis wissen müssen.

Spaß im Nest: Hier verrät eine Expertin ihre 15 besten Tipps fürs Bett

Reden Sie! Über Ihre Wünsche, Ihre Phantasien, Ihre Begierden. Ihre Wünsche stehen Ihnen schließlich nicht auf der Stirn geschrieben!
Reden Sie! Über Ihre Wünsche, Ihre Phantasien, Ihre Begierden. Ihre Wünsche stehen Ihnen schließlich nicht auf der Stirn geschrieben! Je besser Sie Ihren eigenen Körper kennen, desto genauer können Sie sagen, was und wie Sie es wollen. Vielleicht haben Sie schon zu lange geschwiegen und sind überrascht, dass Ihr Partner das Gleiche will. © Fotolia
Hinhören: Achten Sie darauf, wie Ihr Partner auf Ihre Berührungen, Ihre Küsse, Ihr Streicheln und Ihre Worte reagiert.
Hinhören: Achten Sie darauf, wie Ihr Partner auf Ihre Berührungen, Ihre Küsse, Ihr Streicheln und Ihre Worte reagiert. Beschleunigt sich der Atem? Ist da ein Stöhnen oder ein anderer Laut, der verrät, wie sehr der Partner die Liebkosung genießt, zu hören? Wenn ja, machen Sie weiter, wenn nicht, machen Sie sofort etwas anderes! Es gibt mehr als zwei oder drei erogene Zonen, und die sind von Frau zu Frau, von Mann zu Mann auch noch unterschiedlich. Die „richtigen Töne“ zu erzeugen heißt, die richtigen Stellen treffen. © stock.adobe.com
Zusehen: Trauen sie sich, Ihrem Partner bei der Masturbation zuzusehen und sie/ihn dabei zu unterstützen. Den anderen in der Erregung zu erleben törnt nicht nur an, es ist auch ein Beweis von Vertrauen und Nähe! Und Sie lernen etwas über die Vorlieben des Partners.
Zusehen: Trauen sie sich, Ihrem Partner bei der Masturbation zuzusehen und sie/ihn dabei zu unterstützen. Den anderen in der Erregung zu erleben törnt nicht nur an, es ist auch ein Beweis von Vertrauen und Nähe! Und Sie lernen etwas über die Vorlieben des Partners. © stock.adobe.com
Abwechslung: Jeder weiß, dass ein Ortswechsel beim Sex frischen Wind bringt, dennoch landet man immer wieder im Bett.
Abwechslung: Jeder weiß, dass ein Ortswechsel beim Sex frischen Wind bringt, dennoch landet man immer wieder im Bett. Vielleicht überzeugt Sie ja das: Sex im Stehen etwa ist viel dynamischer und berührt auch Stellen, die Sie im Liegen nicht erreichen. Und wenn der Mann zum Beispiel bei Sex am Küchentisch stehen kann, ist das weniger anstrengend für ihn. © iStock
Es klingt ungewöhnlich, aber das Zählen beim Sex ist eine altbewährte Technik aus dem Taoismus.
Zählen: Es klingt ungewöhnlich, aber das Zählen beim Sex ist eine altbewährte Technik aus dem Taoismus. Wechseln Sie ganz kurze, leichte Stöße mit Tiefen ab: neun kurze, ein tiefer; acht kurze, zwei tiefe; und so weiter. Wenn sie bei einem kurzen und neun tiefen angekommen sind, gehen Sie die Reihe zurück. Durch diese Technik werden die tiefen Stöße viel intensiver wahrgenommen, die Stimulation steigert sich kontinuierlich. © iStock
Das ewige „Rein-Raus-Spiel“ ist vor allem für Frauen langweilig! Versuchen Sie es mal mit kreisenden oder seitlichen Bewegungen.
Das ewige „Rein-Raus-Spiel“ ist vor allem für Frauen langweilig! Versuchen Sie es mal mit kreisenden oder seitlichen Bewegungen. Die Rezeptoren in der Vagina sind nämlich sehr dünn gesäht, und so werden mehr davon und auch die Schamlippen stimuliert. © pixabay
Zu häufige Befriedigung mit dem Vibrator kann problematisch sein. Da der Orgasmus vor allem durch das Gehirn gesteuert wird, kann das Gehirn lernen, dass der Orgasmus nur durch Vibration ausgelöst wird.
Zu häufige Befriedigung mit dem Vibrator kann problematisch sein. Da der Orgasmus vor allem durch das Gehirn gesteuert wird, kann das Gehirn lernen, dass der Orgasmus nur durch Vibration ausgelöst wird. Prinzipiell ist natürlich nichts gegen Sexspielzeug einzuwenden, am besten aber keine Dildos aus Plastik, sondern aus hochwertigen Materialien. © stock.adobe.com
Stimulieren Sie beim Sex die Klitoris der Frau zusätzlich mit der Hand. Das hilft vor allem, wenn die Klitoris der Frau weiter oben sitzt.
Stimulieren Sie beim Sex die Klitoris der Frau zusätzlich mit der Hand. Das hilft vor allem, wenn die Klitoris der Frau weiter oben sitzt. Männer mit Bauch sind hier übrigens im Vorteil: Die natürliche Unterpolsterung kann erregend genug sein. © Fotolia
Frauen werden im Geheimen gerne als sexy oder verrucht angesehen – das beweisen viele Fantasien meiner Teilnehmerinnen.
Frauen werden im Geheimen gerne als sexy oder verrucht angesehen – das beweisen viele Fantasien meiner Teilnehmerinnen. Viele macht es an, wenn Sie Reizwäsche oder High Heels tragen oder auch mal kein Höschen. Also Männer, traut euch, sie dazu zu animieren! © Fotolia
TIPP FÜR SIE 5: Männer, seid ruhig auch mal forscher! Frauen mögen es, genommen zu werden und zum Beispiel auf den Boden oder an die Wand gedrückt zu werden – natürlich ohne Brutalität. Handfeste Berührungen sind erregend, am besten im Wechsel mit Zärtlichkeiten.
Männer, seid ruhig auch mal forscher! Frauen mögen es, genommen zu werden und zum Beispiel auf den Boden oder an die Wand gedrückt zu werden – natürlich ohne Brutalität. Handfeste Berührungen sind erregend, am besten im Wechsel mit Zärtlichkeiten. © iStock
Jeder Mann liebt Oralverkehr. Einmal weil die Frau sich in diesem Augenblick unterwirft, zum anderen wegen der vielen Möglichkeiten.
Jeder Mann liebt Oralverkehr. Einmal weil die Frau sich in diesem Augenblick unterwirft, zum anderen wegen der vielen Möglichkeiten. Der Mund kann Unterdruck erzeugen und saugen, dazu kommt die bewegliche Zunge, die zusätzlich stimulieren kann. © iStock
TIPP FÜR IHN 2: Den Höhepunkt verstärken: Der Mann kann den Orgasmus herauszögern, indem er immer kurz zuvor innehält. Das kann erstens sogenannte trockene Orgasmen erzeugen und zweitens empfindet er den endgültigen Höhepunkt dann viel intensiver.
Den Höhepunkt verstärken: Der Mann kann den Orgasmus herauszögern, indem er immer kurz zuvor innehält. Das kann erstens sogenannte trockene Orgasmen erzeugen und zweitens empfindet er den endgültigen Höhepunkt dann viel intensiver. © Fotolia
TIPP FÜR IHN 3: Enge erzeugen: Gerade bei der Missionarsstellung hat die Frau einige Möglichkeiten, den Penis stärker zu stimulieren, indem sie die Vagina verengt. Zum Beispiel durch das Schließen oder Überkreuzen der Beine oder indem sie die Beine über seine Schulter eng um den Hals legt.
Enge erzeugen: Gerade bei der Missionarsstellung hat die Frau einige Möglichkeiten, den Penis stärker zu stimulieren, indem sie die Vagina verengt. Zum Beispiel durch das Schließen oder Überkreuzen der Beine oder indem sie die Beine über seine Schulter eng um den Hals legt. © Fotolia
TIPP FÜR IHN 4: Intim-Massage: Die Prostata ist quasi der männliche G-Punkt und kann von Frau zum Beispiel durch Berührung oder Massage der Stelle zwischen Hoden und Anus stimuliert werden.
Intim-Massage: Die Prostata ist quasi der männliche G-Punkt und kann von Frau zum Beispiel durch Berührung oder Massage der Stelle zwischen Hoden und Anus stimuliert werden. © pixabay
Frauen, lasst euch gehen! Männer macht es an, wenn Frauen sich hingeben und zum Beispiel stöhnen – also keine falsche Scham! Sehr intensiv wird das Erlebnis auch, wenn die Frau ihrem Partner bei dem Orgasmus in die Augen sieht.
Frauen, lasst euch gehen! Männer macht es an, wenn Frauen sich hingeben und zum Beispiel stöhnen – also keine falsche Scham! Sehr intensiv wird das Erlebnis auch, wenn die Frau ihrem Partner bei dem Orgasmus in die Augen sieht. © Fotolia

Wann und warum sollte man(n) zum Arzt?

Der Penis ist die „Antenne des Herzens“. Potenzprobleme können Anzeichen für ein erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko sein. „Deshalb sollten Betroffene sich unbedingt durch einen Facharzt untersuchen lassen“, so Experte Dr. Schoeler. Was geschieht beim Potenz-Check? Davor muss man(n) nicht zittern! Nach einem ausführlichen Gespräch zur Thematik werden Hormon- und Blutwerte bestimmt, die Prostata abgetastet und die Penis-Arterien per Ultra­schall untersucht. Gegebenenfalls wird dann eine erektionsfördernde Substanz injiziert, um zu sehen, ob und wie stark sich eine Erektion auslöst.

Hilft Viagra wirklich immer?

Seit über zehn Jahren hat die blaue Pille unser Sexleben verändert. Dank sogenannter PDE5-Hemmer können Viagra und ähnliche Mittel wie Cialis und Levitra eine Erektion verstärken, verlängern und die Durchblutung verbessern. Das funktioniert aber nur, wenn Blut- und Nervenbahnen im Penis noch einigermaßen intakt sind. Zudem sind Nebenwirkungen wie Sehstörungen, Schwindel oder Gesichtsrötungen möglich. Also: Immer erst zum Arzt gehen und dann vielleicht zur Pille greifen!

Dürfen Herzkranke auch Viagra nehmen?

Für Patienten, die nitrithaltige Medikamente nehmen, sind Potenzpillen tabu. Dazu gehören Mittel, die die Herzkranzgefäße erweitern. Viagra könnte zu drastischen Blutdruckabfällen, schlimmstenfalls zum Herzstillstand führen. „Generell aber wird die Gefahr etwas überschätzt“, so Urologe Schoeler. Wichtig ist, dass ein Facharzt die Dosis sowie Wechselwirkungen mit anderen Arzneien prüft.

Keine Lust auf Lust – gibt’s das auch beim Mann?

Libido-Mangel, Nachtschweiß, Muskel-Probleme und sogar Depressionen – das alles kann auf einen Mangel am Sexualhormon Testosteron hinweisen. Ein Hormon-Gel, das im Schulterbereich aufgetragen wird, kann helfen. Binnen vier Wochen hellen die Hormone die Stimmung auf – nicht nur im Bett.

Was ändert sich nach einer Prostata-OP?

Dank verfeinerter OP-Methoden können viele Männer aufatmen – obwohl die Nerven und Blutbahnen am Penis extrem empfindlich sind. Nach Radikaloperationen müssen manche Männer deshalb auf Methoden wie die „Schwellkörper-Autoinjektion“ zurückgreifen. Sie spritzen sich dabei den Botenstoff Prostaglandin in ihr bestes Stück. Nach etwa zehn Minuten kommt es zur Erektion.

Ist Sex gefährlich?

Hier gibt Sexforscher Götz Kockott Entwarnung: „Der sogenannte Liebestod ist äußerst selten.“ Die Belastung beim Sex entspricht etwa zügigem Treppensteigen über ein bis zwei Stockwerke. Das kann man(n) doch!

Wie bleibe ich fit für Sex?

Mehr Bewegung, bewusste Ernährung, weniger Nikotin und Alkohol können schon nach sechs Monaten zu mehr Fitness und Stehvermögen verhelfen. Dr. Stefan Schoeler nennt das: „Den Lifestyle ändern.“ Dafür ist es nie zu spät! Die Belohnung für so manche Entbehrungen gibt’s in intimsten Momenten. Das macht sicher Lust auf mehr…

Claudia Detsch

Was Männern wirklich hilft

Männer wären am liebsten wie Autos. Sie benehmen sich beim Arztbesuch so, als ob sie gerade ihren Wagen in die Werkstatt kutschieren. „Sie glauben, dass man nur an der richtigen Schraube drehen muss, und dann ist wieder alles in Ordnung.“ Sexualberater Robert Bolz und seine Kollegen wissen aber, dass das leider nicht so einfach ist. Trotz Viagra und Co. Ältere Männer haben Angst, im Bett mit der jungen Geliebten zu versagen. Sie haben ein schlechtes Gewissen, weil sie nach dem Tod der Frau eine neue Liebe gefunden haben. Oder (ver-)zweifeln an ihrer Partnerin. All das spielt bei Sex-Problemen eine Rolle. Deshalb appellieren Experten, Potenzmittel nie ohne intensive Therapie-Gespräche zu verordnen. „Oft bringt gerade das Licht ins Dunkel und ist in Wahrheit die beste Medizin“, sagt Bolz. Selbst Männer beginnen irgendwann, über ihre intimsten Ängste zu sprechen. Denn Stress und Angst sind Liebes-Killer. Das hat auch organische Gründe. Für eine Erektion muss sich die Muskulatur am Penis entspannen. Blut strömt ein, die Schwellkörper dehnen sich aus. Gleichzeitig werden die Venen abgedrückt, damit kein Blut zurückfließt. Erst dann steht er.

So wirkt Viagra

Der Wirkstoff Sildenafil in Viagra führt dazu, dass eine Erektion verstärkt und verlängert wird. Etwa 25 Minuten nach der Einnahme. Bis zu zwölf Stunden danach sind sogar weitere Erektionen möglich. Allerdings kann die Wunderpille Nebenwirkungen wie Blutdruckabfall und Sehstörungen haben. Kritisch können Wechselwirkungen mit Herz-Medikamenten werden. Das gilt auch für Levitra und Cialis. Diese Präparate wirken ähnlich wie Viagra. Cialis aber hält bis zu 36 Stunden. Kein Wunder, dass man sie „Wochenend-Pille“ nennt. Doch die Dauer erhöht das Risiko. Alle drei Potenzpillen sind verschreibungspflichtig und müssen privat bezahlt werden. Vorsicht: Wer sie sich rezeptfrei im Internet besorgt, liebt gefährlich!

So wirken andere Therapien

Diabetiker oder Prostata-Patienten setzen oft auf die „Schwellkörper-Autoinjektions-Therapie“ (SKAT, siehe weiteren Bericht auf dieser Seite). Sie spritzen sich vor dem Liebesspiel Botenstoffe in den Penis, die ihr bestes Stück – meist zuverlässig – aufrichten. Eine andere Möglichkeit ist, ein Plastikröhrchen mit den Wirkstoffen in die Harnröhre zu schieben. Eine ruhige Hand braucht man(n) auch für eine Vakuumpumpe, die den Penis in Position bringen kann. Wenn alle anderen Kniffe versagen, können auch Schwellkörper-Implantate helfen. Die Wirkung ist gut, die Methode aber radikal. Doch für manche Männer ist’s die letzte Rettung.

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