Kondom oder Sterilisation

Verhütung für den Mann: Kommt die Pille für ihn?

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Verhütung ist immer noch Frauensache.

Arbeiten, Haushalt, Kinder – immer mehr Paare wechseln sich bei der Erledigung von Alltagspflichten ab. Doch ein Bereich ist immer noch überwiegend Frauensache: Verhütung.

Das liegt auch daran, dass man ziemlich schnell mit seinem Latein am Ende ist, wenn es um die Möglichkeiten des Mannes geht. Trotz einiger Forschungsanstrengungen bezüglich der Pille für den Mann, die ja eigentlich eine Hormonspritze ist, bleiben Männern nur zwei wirksame Optionen, um nicht ungewollt Vater zu werden: Kondome, die 45 Prozent der Singlemänner und 37 Prozent der Männer in einer Partnerschaft verwenden, sowie die Sterilisation, für die sich 55 000 Männer jedes Jahr in Deutschland entscheiden. Die tz erklärt, warum hormonelle Verhütung für Männer so schwierig ist, und fragte den Münchner Urologen Dr. Michael Kranz, für wen eine Sterilisation infrage kommen könnte.

Verhütung für den Mann: So funktioniert der Hoden

Der Hoden ist ein Vorbild an Fleiß und Leistungsfähigkeit: Tag für Tag werden in den Hodenkanälchen zwischen 80 und 100 Millionen Spermien gebildet – rund 50.000 pro Minute. Diese Massenproduktion ist ziemlich robust und im Gegensatz zum weiblichen Zyklus eher unempfindlich gegenüber Stress und Notzeiten. Einzig die Temperatur muss stimmen – im Hoden ist es mit 35 Grad etwas kühler als im übrigen Körper. Die Nebenhoden sind der Warteraum, wo die Gen-Torpedos bis zur Ejakulation ausharren. Dann vermischen sich Flüssigkeiten aus der Prostata und den Samenbläschen mit den Spermien und spülen sie durch die Harnröhre aus dem Körper. Nur ein verschwindend kleiner Teil des Ejakulats (rund zwei Prozent) besteht aus Spermien.

Passend dazu: Welche Penislänge sich Frauen wirklich wünschen.

Verhütung für den Mann: Diese Methoden gibt es

Die Fruchtbarkeit kann an mehreren Schnittstellen unterbrochen werden: die Spermienproduktion stoppen (Pille für den Mann), die Samenstränge unpassierbar machen (Vasektomie) oder das Ejakulat auffangen z.B. mit Kondomen. Die sind, richtig angewendet, ein relativ sicheres Verhütungsmittel. In Kombination mit der Temperaturmethode, bei der die fruchtbaren Tage der Frau bestimmt werden, können Paare damit ihren Kinderwunsch ganz gut steuern – wenn sie diszipliniert genug sind. Für Menschen mit wechselnden Partnern ist ein Gummi übrigens unverzichtbar, weil es vor der Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten schützt.

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Verhütung: Pille für den Mann ist nicht in Sicht

Bei der Entwicklung einer Pille für den Mann haben es die Forscher zwar geschafft, eine Testosteronspritze zur Testreife zu bringen. Dabei wurde ein Depot aus den Hormonen Testosteron und Gestagen in den Muskel gespritzt, das den Wirkstoff über Wochen ins Blut abgibt. Dem Gehirn wurde vorgegaukelt, dass es selbst weniger Hormone produzieren muss und zwar auch weniger von den sogenannten Freisetzungshormonen, die für die Spermienproduktion zuständig sind. Ohne diese Hormone gibt es keine neuen Spermien. Das funktionierte – allerdings waren die Nebenwirkungen so stark und so häufig, dass die Studie im vergangenen Jahr abgebrochen werden musste.

Eine Art An-Aus-Schalter für die Fruchtbarkeit blieb ebenfalls auf der Teststrecke liegen: In den USA wurde ein Gel entwickelt, mit dem Samenleiter verschlossen und wieder geöffnet werden sollten, je nachdem ob eine Vaterschaft erwünscht ist. Schon bei ersten Tierversuchen zeigten sich heftige Nebenwirkungen: Samenleiter ließen sich nicht mehr öffnen oder entzündeten sich.

Übrigens: So lang ist der deutsche Durchschnitts-Penis.

Sterilisation: Was ist zu beachten?

Das alles sind Gründe, die den Münchner Urologen Dr. Michael Kranz darin bestärken, in der Vasektomie, der Sterilisation des Mannes, eine derzeit noch stark unterschätzte Verhütungsmethode zu sehen: Bei der Sterilisation werden die Samenleiter durchtrennt. Dies ist fast nicht mehr rückgängig zu machen und daher nur geeignet, wenn der Kinderwunsch definitiv abgeschlossen bzw. erfüllt ist.

Arzt deckt auf: Wird das beste Stück des Mannes im Alter kleiner?

Wie sicher ist Ihre Verhütung?

Im besten Fall ist die Verhütung reversibel, also wieder rückgängig zu machen, und schützt sicher vor einer Schwangerschaft. Über die Sicherheit gibt der sogenannte Pearl-Index Auskunft. Damit wird angegeben, wie viele von 100 Frauen mit der angewendeten Methode in einem Jahr schwanger werden. Ein Pearl-Index von 0,1 bedeutet demnach, dass eine von 1000 Frauen trotz Verhütung schwanger geworden ist.

Verhütung Männer

Pearl-Index

Verhütung Frauen

Pearl-Index

Vasektomie

0,1

Pille

0,1 bis 0,9

Kondom

2 bis 12

Kupferspirale

0,3 bis 0,8

Koitus Interruptus

4 bis 18

Hormonspirale

0,16

Chemische Verhütungsmittel

3 bis 21

Basaltemperaturmethode

0,8 bis 3

Kalendermethode

9

Vaginalring

0,4 bis 0,65

Diaphragma

1 bis 20 bei fehlerhafter Anpassung

Lesen Sie hier weiter: Vor diesem kuriosen Sex-Trend warnen die Experten. Und hier erfahren Sie die Wahrheit über gängige Verhütungsmythen im Faktencheck.

Übrigens: In unserem großen Ratgeber erfahren Sie alles rund um den Penis.

SUS

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Quelle: lust-tz

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