Grünen-Stadträtin: Aktion "abscheulich"

Porno-Skandal am Stachus: KVR verhängt Bußgeld

Bella Blond sprach fremde Männer an und hatte mit einem Oralsex

München - Nachdem die Amateur-Darstellerin Bella Blond am Stachus einen Sex-Streifen aufgenommen hat, bekommt sie Riesenärger mit dem KVR. Grünen-Stadträtin Lydia Dietrich nennt die Pornodreh-Aktion "abscheulich".

Sie nennt sich die „Bella Blond aus Bayern“ – und will mit ihren schlüpfrigen Aktionen Aufmerksamkeit erregen. Wie am Montagnachmittag am Stachus, als die Erotik-Darstellerin für einen Porno-Dreh fremden Männern ein unmoralisches Angebot machte. Die 20-Jährige aus Dingolfing sprach Herren an, ob sie Lust auf Oralsex hätten – unentgeltlich.

Kein Skandal im Sperrbezirk, aber ein Tatbestand, der laut Strafgesetzbuch nach Paragraph 183a unter Erregung öffentlichen Ärgernisses fällt (siehe unten). Deshalb reagierte das Kreisverwaltungsreferat am Montag und verhängte ein Bußgeld. „München ist eine weltoffene Stadt. Doch selbst in einer toleranten Gesellschaft hat Bella Blond die Grenze deutlich überschritten“, sagte Daniela Schlegel, Sprecherin des Referats, zur tz. „Wir haben einvernehmlich beschlossen, ein Bußgeldverfahren gegen diese Dame einzuleiten. Zumal sie mit diesem Filmchen ja offensichtlich Geld verdient.“

Auch die Grünen-Stadträtin Lydia Dietrich, Vorsitzende der städtischen Gleichstellungskommission, ist entsetzt: „Das ist abscheulich. Das läuft den ganzen Diskussionen und Bemühungen über Sexismus und sexuelle Ausbeutung zuwider.“

Bella Blond kokettiert mit ihrer freizügigen Art auch auf ihrer Homepage: „Ich bin eine kleine Skandalnudel, und mich macht es richtig an, wenn ich es an öffentlichen Orten habe. Am besten, wenn Zuschauer plötzlich kommen.“ So gibt es auch Streifen von ihr, die Bella Blond beim Sex im Baumarkt zeigen.

Offenbar ist Blond noch ein Porno-Sternchen, das zum Star aufsteigen will und deshalb die Öffentlichkeit sucht. Einen ähnlichen Vorfall hat es bereits 2011 mit einer anderen Dame auf der Wiesn gegeben. Sie nennt sich „Merry4fun“ und plante, auf dem Oktoberfest einen Sexfilm zu drehen. Auch diese Pornodarstellerin gab zu, dass ihr das den „besonderen Kick“ geben würde. Aus ihrem Besuch wurde wegen eines Treppensturzes nichts. Doch im Jahr zuvor hatte sie schon erfolgreich auf der Wiesn gedreht.

Bella Blond ließ sich am Stachus nicht erwischen. Glücklicherweise hatte niemand gesehen, wie sie mit ihrem Kandidaten in die Seitengasse zwischen zwei Kaufhäusern verschwand – und es hinter einem Baucontainer zur Sache ging. „Hätte ein Kind das gesehen, wäre der Tatbestand des sexuellen Missbrauchs erfüllt“, sagt Polizeisprecher Gottfried Schlicht.

Lsl/Lay

Die Rechtslage: Erregung öffentlichen Ärgernisses

Sex vor wildfremdem Publikum ist strafbar (§ 183a StGB): „Wer öffentlich sexuelle Handlungen vornimmt und dadurch absichtlich oder wissentlich ein Ärgernis erregt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.“ Es handelt sich wie bei Exhibitionismus (§ 183) um ein Delikt, das nur auf Antrag eines Betroffenen verfolgt wird – es sei denn, die Staatsanwaltschaft hält „ein Einschreiten von Amts wegen für geboten“. Das Münchner Amtsgericht verhängt wegen „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ eher Geldstrafen im unteren Bereich.

Wie bei jenem Pärchen, das im Juni 2011 im Nussbaumpark hinter der Matthäuskirche Geschlechtsverkehr hatte. Drei Monate Haft hatte die Staatsanwältin gefordert. Richterin Karin Jung verurteilte die beiden Akteure nur zu je 600 Euro Geldstrafe. Teurer wurde es für ein Paar, das im Frühling 2009 auf einem Hügel bei Unterhaching die Hormone über den Verstand siegen ließ. Weil beide anfangs vehement leugneten („nur gekuschelt“), musste er 1200 und sie 800 Euro Strafe bezahlen.

Übrigens: Wenn Kinder in der Nähe sind, kann man auch wegen „Missbrauchs von Kindern“ verurteilt werden. Höchststrafe: 5 Jahre Knast!

Quelle: lust-tz

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