Fans schimpfen wegen Imagewechsel

"Playboy"-Cover: Selfie-Blick statt nackter Brüste

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Sarah McDaniel ziert das Cover der US-"Playboy"-März-Ausgabe.

Los Angeles - Die Häschen bleiben angezogen: Die US-Ausgabe des Männermagazins „Playboy“ macht ernst mit seinem angekündigten Imagewechsel. Die Reaktionen auf das neue Cover sind geteilt.

Nach über 60 Jahren ist es aus und vorbei mit den nackten Tatsachen. Leinwand-Göttin Marilyn Monroe war 1953 die erste und niemand Geringeres als Ex-"Baywatch"-Nixe Pamela Anderson (48) die letzte Frau, die im amerikanischen "Playboy"-Magazin blank ziehen durfte. Ab März werden die Models dort bekleidet sein - zumindest minimal. Das hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr angekündigt - und dass das kein Werbe-Gag und keine leere Drohung war, sieht man am aktuellen Cover, das die Zeitschrift jetzt veröffentlichte.

Darauf posiert US-Model Sarah McDaniel in knappem Höschen und aufgeknöpftem Oberteil wie für ein Selfie. Darüber ist ein Balken gelegt, auf dem die 20-Jährige den Leser mit einem fröhlichen „heyyy“ samt Zwinker-Smiley grüßt. Ganz klar: Dieses Design hat der "Playboy" vom bei den digital natives beliebten Messenger-Dienst Snapchat geklaut, mit dem sich kostenlos Bilder verschicken lassen. Die sind ganz offensichtlich die neue Hauptzielgruppe des Häschenblattes, das mit seinen Aktfotografien in den 50ern für eine Revolution sorgte. 

Damals waren die unverhüllten Damen ein Riesen-Auf- und Erreger, doch in Zeiten des Internets, wo textilfreie Körper (und noch wesentlich weniger Jugendfreies) für Jedermann nur einen Mausklick entfernt sind, muss man sich etwas einfallen lassen, um aufzufallen und die Verkaufszahlen aus dem Sinkflug zu reißen. 

"Die schlimmste Idee aller Zeiten" 

Es ist aber mehr als fraglich, ob das revolutionäre neue Konzept mit den Bildern, die "entspannt und authentisch" rüberkommen sollen, das schaffen kann. Zu diesem Schluss kommt man, wenn man sich die Reaktionen anschaut, die das Cover bislang hervorrief: 

"Das ist die schlimmste Idee aller Zeiten", meckert Twitter-User Jim, viele formulieren ihre Kritik noch um einiges schärfer. 

"Ihr habt ein großartiges Magazin ruiniert. Ich werde mein Abo kündigen", verspricht "yeah-buddy", und nicht wenige kündigen an, es ihm gleichzutun.

Es gibt sogar den (natürlich ironisch gemeinten) Vorschlag, die Models gleich in eine Burka zu hüllen...

Andere zeigen sich hingegen diplomatisch und schreiben, sie wollen dem neuen Format "eine Chance geben".

Es gibt aber auch ausgesprochene Fans des neuen Formats: Manch einer jubelt, die Fotos seien endlich mal wieder so richtig verführerisch, und freut sich, dass man "der Fantasie freien Lauf lassen" kann, anstatt alles gezeigt zu bekommen.

Sein Imagewechsel wird den "Playboy" also wohl jede Menge Leser kosten. Ob er neue dazu gewinnen kann, wird sich zeigen. Denn Magazine mit leicht bekleideten Models gibt es nun wirklich mehr als genug.

Karriere-Startschuss für Cover-Model mit zweifarbigen Augen

Ausgenommen von jeder Kritik ist allerdings das Cover-Model selbst. Sarah McDaniel, die sich vor allem durch ihre unterschiedlich gefärbten Augen von der Masse der Models abhebt - das linke ist blau, das rechte ist bernsteinfarben - hat bereits mehr als 250.000 Abonnenten auf ihrem Instagram-Account

Easy come. Easy go.

Ein von Sarah Rose Mcdaniel (@krotchy) gepostetes Foto am

Von ihr werden wir sicher bald mehr sehen. Falls sie ihren Weg in den deutschen "Playboy" findet, vielleicht sogar ganz ohne Klamotten. Bei uns bleibt nämlich bei den Hüllenlos-Häschen alles beim alten. 

hn mit Material von dpa

Quelle: lust-tz

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