Und das ohne Schmuddel

ARD zeigt echten Geschlechtsverkehr im TV

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Wie wird der Sex besser? Die ARD-Doku zeigt's, hier ein Foto aus der dritten Folge.

Leipzig - In der TV-Doku "Make Love" hat ein echtes Paar echten Geschlechtsverkehr vor der Kamera. Ganz unkompliziert und gar nicht schlüpfrig. Damit ist auch die zweite Staffel der ARD-Aufklärungsreihe ein Quotenhit.

Was hilft gegen Krankheiten aller Art, wirkt lebensverlängernd und lässt einen dabei auch noch jünger aussehen? Richtig: „Sex ist gesund“, sagt Ann-Marlene Henning. Als Sexologin und Paartherapeutin muss sie es wissen. Und Spaß soll es machen, auch im Alter. Wie das geht, erklärt und zeigt die gebürtige Dänin in der neuen Staffel der TV-Erfolgsserie „Make Love - Liebe machen kann man lernen“, die seit Sonntag (16. November) im MDR und zehn Tage später dann auch im SWR zu sehen ist. Und das macht sie bei aller Sachlichkeit erfrischen locker und unverkrampft.

Normalos statt Porno-Stars

Handfestes Anschauungsmaterial liefert in der Sendung jeweils ein nacktes Modellpaar. Die beiden sind keine gecasteten Porno-Darsteller mit unrealistisch perfekten oder gar getunten Körpern, sondern Normalos, die auch im echten Leben zusammen sind. Und sie liefern keine sexuellen Höchstleistungen ab, sondern zeigen einfach nur, wie's geht beziehungsweise gehen kann. Dabei tun sie jedoch nicht nur, als ob - sie tun es wirklich. So freizügig kennt man das eigentlich nur von den Privatsendern. Der entscheidende Unterschied: Wo es bei RTL2 und Co. gerne mal ins Schmuddelige kippt, bleibt hier alles erfrischend authentisch und unverkrampft. Experten-Interviews und Statistiken liefern die nötigen Fakten.

"Sex ab 40" mit dem "Teelöffelchen ohne Quetschung"

Los ging die neue Reihe der für den Grimme-Online-Award nominierten Sendung am Sonntag mit dem Thema „Sex ab 40“ - immer von 22.00 Uhr an, des Jugendschutzes wegen. In der Lebensmitte so um die 40 verändern sich Körper und auch die Sexualität, meint die Sexologin. Es sei fast wie eine zweite Pubertät. „Die Werte verschieben sich. Im Gehirn verändern sich Dinge bei beiden Geschlechtern.“ Der Akt im Alter, laut Henning ein zweischneidiges Schwert: „Weniger Herzinfarkte, Schlaganfälle, Prostatakrebs, Brustkrebs“, nennt sie die positiven Effekte. „Man lebt länger und sieht bis zu zehn Jahre jünger aus.“

Henning lässt die beiden vormachen, wie man gut zum Höhepunkt kommt - die Tipps kommen bei den beiden, denen der Sex vor der Kamera anfangs nicht ganz so leicht fällt, sichtlich gut an. Und weil Kreislauf-, Rückenbeschwerden und Gelenkschmerzen beim Senioren-Sex nicht selten eine Rolle spielen können, gibt es Stellungen speziell für ältere Paare - mit augenzwinkernden Namen wie "Geduckter Missionar" oder "Teelöffelchen ohne Quetschung". „Das wird derjenige ja schon selber merken, welche Stellung dann genommen wird - entspanntere Stellungen oder welche, wo nicht so viel Belastung ist auf dem Hüftgelenk“, rät Henning.

"Nachladen dauert eben länger"

Erektionsstörungen werden quasi nebenbei angesprochen und so dem Thema die Schwere genommen. Auch so kann es jetzt etwas mehr Mühe kosten, bis man (wieder) zum Höhepunkt kommt. "Nachladen dauert eben jetzt länger", kommt ein Mann zu Wort. „Aber bisher hat sich noch niemand darüber beschwert.“ Über 60- und 70-Jährige Paare beweise ganz nebenbei, dass frische Liebe im Alter zu mehr Sex führt als bei einem Paar in den Dreißigern, das schon lange zusammen ist.  

In den weiteren Folgen geht es auch um Pornokonsum und sexuelle Unlust bei Männern. Da werden dann unter anderem Hamburger Feuerwehrmänner zum Thema Lust befragt. Auch schleswig-holsteinische Landfrauen kommen zu Wort, etwa zu den Themen „Aufklärung in den 1950er Jahren“, „Verführung im Alltag“ oder „Selbstbefriedigung“.

"Make Love" reitet auf der Erfolgswelle

Schon vor einem Jahr hat „Make Love“ Rekordquoten eingefahren. Allein zum Auftakt im MDR waren 1,05 Millionen Zuschauer vor dem Fernseher, ein Spitzenwert für einen Regionalsender. Kurz darauf im SWR waren es immer noch 800.0000. Voll im multimedialen Trend, wird die Aufklärungsdoku von einem umfangreichen Internet- und Hörfunkangebot begleitet. Die Abrufe der Einzelvideos auf der „Make Love“-Internetseite und die gesamten Folgen in den Mediatheken wurden allein in den ersten Wochen mehr als dreieinhalb Millionen Mal abgerufen.

Daran wollen die Sender anknüpfen - mit "mehr Videos, Erklärungen, Texte und Grafiken", sagt MDR-Unterhaltungschef Peter Dreckmann. „Es ist ein Thema, das jeden betrifft und mit dem man konfrontiert wird. Zum anderen ist es die seriöse und natürliche Machart der Sendung.“

Vorerst haben MDR und SWR drei neue Folgen im Programm. Doch im Erfolgsfall dürften die Sender auf den Rat der Sexologin hören: „Wenn der Mensch selber Lust hat, soll er einfach mal weitermachen.“

dpa/hn

Quelle: lust-tz

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