Aufruf im Netz

"Du erkennst uns an den Luftmatratzen": Frivoler Schmuddel-Treff am Flaucher an einem Samstag

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Der Flaucher ist ein Anziehungspunkt für Grill-Fans. Aber nicht nur für die.

Pfui! Am Flaucher laufen wohl nicht nur die Grills heiß: Ganz unverhohlen gab es im Netz einen Aufruf zu einem Schmuddel-Treff an einem Samstag.

Update vom 30. Juli 2018: Bereits 2015 berichteten wir (siehe unten), dass der Flaucher bei vielen als Schmuddel-Hotspot gilt. Heuer wurde er offenbar sogar einmal für eine frivole verabredete Orgie hergenommen - vor gut einer Woche. 

Im Internet findet sich auf einer Partyseite mit eigener Domain ein Aufruf für "Floating und Cruising am Sa, 21. Juli um 15.00 Uhr bei schönem Wetter". Mit "Floating" ist schlichtweg das Paddeln auf Luftmatratzen gemeint - "Cruising" hingegen steht in der Homosexuellen-Szene für zwanglosen Sex mit Unbekannten. 

Im Aufruf steht: "Wir treffen uns auf der 'schwulen Insel' am Flaucher. Von dort fahren wir mit Luftmatrazen bis zur Fraunhofer-Brücke. Fahrzeit etwa 30 Min. Danach spazieren wir zurück zum Flaucher, wo wir chillen und cruisen, wies uns beliebt!" Als Treffpunkt wurde die Spitze einer Flaucher-Insel angegeben. "Du erkennst uns an den Luftmatratzen", heißt es - dazu wird noch ganz unverhohlen zum Mitbringen von Kondomen aufgefordert. Insofern ist klar, worum es geht - immerhin geschützt. Dennoch ist es schockierend, dass ganz unverhohlen zu einem Sex-Treff an einem der beliebtesten Orte Münchens aufgerufen wird - unweit von Münchens Grill-Zentrum schlechthin.

Sex-Treffs am Flaucher: Unser aktualisierter Ursprungsartikel aus dem Jahr 2015

München - Die wärmere Jahreszeit läuft. Und am Flaucher geht es rund. Alleine beim Gedanken an den Isar-Abschnitt rund um die Tierpark-Brücke hat wohl jeder Münchner einen Grillgeruch in der Nase. Schließlich handelt es sich um die wohl mit Abstand belebteste Brutzel-Zone der Stadt. An heißen Abenden findet sich nördlich der Brücke kaum noch ein freies Fleckerl, wo nicht das Partyvolk ihr Fleisch zubereitet und Bier und Füße im Fluss kühlt.

Der Flaucher als Sex-Hotspot

Doch der Flaucher hat auch eine andere Seite. Als Sex-Hotspot! Die Zeitschrift Männer, nach eigener Angabe "Deutschlands größtes schwules Magazin", hat sich schon 2015 dem geheimen Treiben in einer Reportage gewidmet. Darin heißt es: "Die kleine Insel unterhalb des Isarstegs nahe der Zoobrücke, im rosa Volksmund liebevoll 'Gay Island' genannt, wird ab der ersten Frühlingssonne täglich von Dutzenden Gays belagert. Die machen das kleine Eiland im doppelten Sinne zu einem der hottest spots in town." Auf der Insel biete sich etwas, "das der schwule Münchner gerne ein 'kleines Paradies' nennt."

Dem Bericht zufolge geht es dort bei weitem nicht nur ums Sehen und gesehen werden, sondern auch ums Anfassen. Manche Bereiche seien "gesäumt von Männern, deren Gemütslage deutlich sichtbar zwischen ihren Beinen nach oben zeigt."

Es kommen auch mehrere Männer zu Wort, die sich regelmäßig ins Getümmel stürzen. Ein Herr namens Daniel wird wie folgt zitiert: "Ich jogge oft nach der Arbeit hier runter, dann springe ich zum Abkühlen ins Wasser und werfe einen Blick in das Wäldchen."

Auch 2018 geht es rund

Drei Jahre nach der Reportage haben wir uns noch einmal im Netz umgesehen. Offenbar wird der Flaucher immer noch für Sex-Treiben genutzt. Darauf deutet nicht nur der oben erwähnte Luftmatratzen-Aufruf hin, sondern auch diverse Schmuddel-Anzeigen auf einschlägigen Seiten. 

Auch in der extraheißen vorigen Woche tauchte auch eine Anzeige auf: "Welche Sie hat Lust mich an den Flaucher zu begleiten? Bin 39/195/89." Dass sie in der Kategorie "Paare, Swinger, FKK" eingestellt wurde, deutet nicht gerade darauf hin, dass es bei "Sonne genießen am Flaucher?" bleibt, wie die Anzeige betitelt ist.

"Je mehr in Richtung Süden umso heftiger"

Pfui! Kaum zu glauben, was da wenige Meter vom Partyvolk entfernt auf der Isar-Insel abgehen soll. Aber nicht nur homosexuelle Interessierte haben den F laucher zu ihrer Sex-Spielwiese auserwählt. In einem einschlägigen Forum wurde schon vor einigen Jahren von "'versteckten, diskreten' Spielereien" berichtet. Ein anderer User schreibt: "Ich war im Englischen Garten und am Flaucher und da ging einiges ab, was man gesehen hat und ich erlebt habe." Und ein anderer schrieb vor Jahren: "Flaucher stimmt, aber je mehr in Richtung Süden umso heftiger. Auf Höhe Solln bis Pullach und Grünwald in den Büschen." Am schlimmsten ist's wohl - das geht auch aus den einschlägigen Foren hervor - an der Pupplinger Au zwischen München und Wolfratshausen. Bei Geretsried werden sogar immer mal wieder Pornos gedreht.

Die Polizei wird aber offenbar sehr selten gerufen. 2015 und 2016 wurden am Flaucher (inklusive dem südlichen Teil außerhalb des Stadtgebiets) nur fünf "Sex-Einsätze" registriert. Davon entpuppte sich einer als Fehlalarm, rechnete Sprecher Carsten Neubert vor. "Wenn man bedenkt, dass bei schönem Wetter Tausende Menschen da sind, die baden und grillen und sich sonnen, ist es keine besorgniserregende Zahl."

Doch es ist auch klar, dass es eine "Dunkelziffer" gibt. Polizeisprecher Neubert: "Wir wissen von den Fällen, die uns angezeigt wurden. Inwieweit irgendwelche Gebüsche oder sonstige versteckte Ecken genutzt werden, um sich näherzukommen, können wir natürlich nicht sagen. Gerade im Bereich der Grünwalder Polizei wird relativ viel von dem, was gesehen wird, auch tatsächlich gemeldet. Wie das im Stadtgebiet ist, kann ich nicht sagen." Der Sprecher bittet Bürger darum, Verdächtiges bei der Polizei anzuzeigen - auch bei anderen Delikten wie beispielsweise Diebstählen.

Dass es am Flaucher nicht überall züchtig zugeht, munkeln Münchner ja schon länger. Aber dass die Ecke in einem Magazinals Sex-Hochburg vorgestellt wurde und dort zu frivolen Treffen aufgerufen wird, überrascht dann doch. Wer um das Treiben einen großen Bogen machen will, der sollte sich lieber an die belebteren Isar-Ecken halten. Und übrigens auch andere einschlägige Orte meiden. Sogar im Ostpark soll es zu Swinger-Treffs kommen.

lsl.

Quelle: lust-tz

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