Was hinter den Büschen passiert

Das geheime Schmuddel-Treiben am Flaucher

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Der Flaucher ist ein Anziehungspunkt für Grill-Fans. Aber nicht nur für die.

München - Pfui! Am Flaucher laufen wohl nicht nur die Grills heiß: Eine Reportage widmete sich dem geheimen Sex-Treiben, das nur wenige Meter vom Partyvolk entfernt abgeht. Und auch im Netz ist es Gesprächsthema.

Der Frühling steht bevor. Und am Flaucher wird es dann beginnen, rund zu gehen! Im Sommer noch viel mehr! Alleine beim Gedanken an den Isar-Abschnitt rund um die Tierpark-Brücke hat wohl jeder Münchner einen Grillgeruch in der Nase. Schließlich handelt es sich um die wohl mit Abstand belebteste Brutzel-Zone der Stadt. An heißen Abenden findet sich nördlich der Brücke kaum noch ein freies Fleckerl, wo nicht das Partyvolk ihr Fleisch zubereitet und Bier und Füße im Fluss kühlt.

Der Flaucher als Sex-Hotspot

Doch der Flaucher hat auch eine andere Seite. Als Sex-Hotspot! Die Zeitschrift Männer, nach eigener Angabe "Deutschlands größtes schwules Magazin", hat sich schon 2015 dem geheimen Treiben in einer Reportage gewidmet. Darin heißt es: "Die kleine Insel unterhalb des Isarstegs nahe der Zoobrücke, im rosa Volksmund liebevoll 'Gay Island' genannt, wird ab der ersten Frühlingssonne täglich von Dutzenden Gays belagert. Die machen das kleine Eiland im doppelten Sinne zu einem der hottest spots in town." Auf der Insel biete sich etwas, "das der schwule Münchner gerne ein 'kleines Paradies' nennt."

Dem Bericht zufolge geht es dort bei weitem nicht nur ums Sehen und gesehen werden, sondern auch ums Anfassen. Manche Bereiche seien "gesäumt von Männern, deren Gemütslage deutlich sichtbar zwischen ihren Beinen nach oben zeigt."

Es kommen auch mehrere Männer zu Wort, die sich regelmäßig ins Getümmel stürzen. Ein Herr namens Daniel wird wie folgt zitiert: "Ich jogge oft nach der Arbeit hier runter, dann springe ich zum Abkühlen ins Wasser und werfe einen Blick in das Wäldchen."

"Je mehr in Richtung Süden umso heftiger"

Zwei Jahre nach der Reportage haben wir uns noch einmal im Netz umgesehen. Offenbar wird der Flaucher immer noch für Sex-Treiben genutzt. Auf der Seite markt.de tauchte beispielsweise eine eindeutige (nicht mehr aufrufbare) Anzeige auf: "Hi bin 38 175 80 Wer hat Lust, mich zum FKK zu begleiten Flaucher oder Eisbach, jünger oder in meinem Alter. Treffen, sonnen, baden schauen, aufgei.... wi....Im Gebüsch... ganz unkompliziert und unverbindlich."

In einem Internet-Führer mit Tipps zu Orten für zwanglosen Sex in München wird der Flaucher auch aufgeführt: "Im kleinen Wäldchen (nicht zu übersehen) ist auch tagsüber einiges los. Warten auf den Traumtyp lohnt sich, es stehen genügend zur Auswahl. Auch nach 17 Uhr nach dem Büroschluss kommen hier noch einige vorbei."

"Am Flaucher ging einiges ab"

Pfui! Kaum zu glauben, was da wenige Meter vom Partyvolk entfernt auf der Isar-Insel abgehen soll. Aber nicht nur homosexuelle Interessierte haben den F laucher zu ihrer Sex-Spielwiese auserwählt. In einem einschlägigen Forum wurde schon vor einigen Jahren von "'versteckten, diskreten' Spielereien" berichtet. Ein anderer User schreibt: "Ich war im Englischen Garten und am Flaucher und da ging einiges ab, was man gesehen hat und ich erlebt habe." Und ein anderer schrieb vor Jahren: "Flaucher stimmt, aber je mehr in Richtung Süden umso heftiger. Auf Höhe Solln bis Pullach und Grünwald in den Büschen." Am schlimmsten ist's wohl - das geht auch aus den einschlägigen Foren hervor - an der Pupplinger Au zwischen München und Wolfratshausen. Bei Geretsried werden sogar immer mal wieder Pornos gedreht.

Die Polizei wird aber offenbar sehr selten gerufen. 2015 und 2016 wurden am Flaucher (inklusive dem südlichen Teil außerhalb des Stadtgebiets) nur fünf "Sex-Einsätze" registriert. Davon entpuppte sich einer als Fehlalarm, rechnet Sprecher Carsten Neubert vor. "Wenn man bedenkt, dass bei schönem Wetter Tausende Menschen da sind, die baden und grillen und sich sonnen, ist es keine besorgniserregende Zahl."

Doch es ist auch klar, dass es eine "Dunkelziffer" gibt. Polizeisprecher Neubert: "Wir wissen von den Fällen, die uns angezeigt wurden. Inwieweit irgendwelche Gebüsche oder sonstige versteckte Ecken genutzt werden, um sich näherzukommen, können wir natürlich nicht sagen. Gerade im Bereich der Grünwalder Polizei wird relativ viel von dem, was gesehen wird, auch tatsächlich gemeldet. Wie das im Stadtgebiet ist, kann ich nicht sagen." Der Sprecher bittet Bürger darum, Verdächtiges bei der Polizei anzuzeigen - auch bei anderen Delikten wie beispielsweise Diebstählen.

Dass es am Flaucher nicht überall züchtig zugeht, munkeln Münchner ja schon länger. Aber dass die Ecke in einem Magazinals Sex-Hochburg vorgestellt wurde, überrascht dann doch. Wer um das Treiben einen großen Bogen machen will, der sollte sich lieber an die belebteren Isar-Ecken halten. Und übrigens auch andere einschlägige Orte meiden. Sogar im Ostpark soll es zu Swinger-Treffs kommen.

lsl.

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Ein Nudist beim Stand-Up-Paddling.
Ein Nudist beim Stand-Up-Paddling. © Sander
Im Englischen Garten in München treffen sich vielen FKK-Anhänger.
Im Englischen Garten in München treffen sich vielen FKK-Anhänger. © Sander
Ein Nudist im Eisbach im Englischen Garten.
Ein Nudist im Eisbach im Englischen Garten. © Sander
Am Flaucher in München. © Sander
Diese in viele weitere Aufnahmen zeigt der Fotograf in "Nackedei 2".
Diese in viele weitere Aufnahmen zeigt der Fotograf in "Nackedei 2". © Sander
Sehen Sie hier weitere Bilder aus dem Buch. © 
Sehen Sie hier weitere Bilder aus dem Buch. © 
Sehen Sie hier weitere Bilder aus dem Buch. © 
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Quelle: lust-tz

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