Wie hätte sie es denn gern im Bett?

Studie: Was Frauen beim Liebesspiel heute wollen

München - Wie hätte sie es denn gern im Bett? Mag sie es romantisch oder lieber hart? Steht sie auf Blümchen- oder wilden Fesselsex? Und sucht sie Liebe oder nur die schnelle Nummer? Eine Langzeitstudie des Instituts für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie der Universität Hamburg hat sie – die Antworten auf alle Fragen rund um die Lust der Frau.

Wie hätte sie es denn gern im Bett? Mag sie es romantisch oder lieber hart? Steht sie auf Blümchen- oder wilden Fesselsex? Und sucht sie Liebe oder nur die schnelle Nummer? Eine Langzeitstudie des Instituts für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie der Universität Hamburg hat sie – die Antworten auf alle Fragen rund um die Lust der Frau.

- Die Ergebnisse der Erhebung mit dem Titel „Studentische Sexualität im Wandel“ sind zwar noch nicht veröffentlicht, erste Zahlen präsentierte jetzt der Spiegel. Grundlage sind insgesamt 2082 ausgewertet Fragebögen von StudentInnen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren von 15 deutschen Universitäten. Die Hauptergebnisse laut Spiegel: Junge Frauen sind in Sachen experimentierfreudiger als noch in den 90ern. Sie verfügen über einen bemerkenswerten Erfahrungsschatz. Und: Frauen sind treuer als in der Vergangenheit. Die Zahlen:

- Vaginalsex ist noch immer die Nummer eins im Bett. Dennoch sind die jungen Frauen bereit, neue Sexpraktiken und Spielarten auszuprobieren.

- Ob mit oder ohne Partner – 38 Prozent der befragten jungen Frauen greifen gern zu Sexspielzeug wie Dildo oder Vibrator. 1996 waren es nur elf Prozent.

- Krankenschwester, Schulmädchen, Domina? 20 Prozent der Mädels schlüpfen gern auch mal in andere Rollen. Ein Plus um neun Prozent im Vergleich zu 1996.

- Auch Fesselspiele können das Liebesleben bereichern. 36 Prozent der Frauen haben es schon praktiziert. Allerdings, Studienleiter Professor Arne Dekker, im Spiegel: „Häufig bleibt es beim einmaligen Ausprobieren.“

- Wer hätte das gedacht? Frauen sind hin und wieder ganz gern Voyeure und lassen sich von Pornos stimulieren. Die Zahlen belegen es: 44 Prozent gucken mit ihrem Partner Sexfilmchen und Hard Core.

- Männer schauen Frauen gern beim Lesbensex zu. Reine Fantasie? Tatsächlich gaben knapp 60 Prozent der befragten Akademikerinnen an, dass sie sich schon einmal zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlten. Übrigens hat sich diese Zahl seit 1981 nicht geändert …

- Treue – keine überkommene Tradition! Fremdgehen ist in modernen Beziehungen ein No-Go. 85 Prozent der Frauen verlangen vom Partner Treue. Und drei Viertel der befragten jungen Frauen träumt von der großen Liebe und wünscht sich eine „lebenslange Beziehung“.

Wie sich der Sex verändert hat

Vier größere Studien zum Sexualverhalten von Studentinnen und Studenten hat das Hamburger Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie schon durchgeführt – 1966, 1981, 1996 sowie 2011. Die Ergebnisse der letzten Studie wurden erst jetzt der Öffentlichkeit präsentiert. Wie sich Sex verändert hat – ein Überblick:

1966: Die Forscher fanden heraus, dass die Studenten zwar wesentlich mehr öffentliche Freiheit in Sachen Sex wollten, es aber für sich privat nicht unbedingt umsetzten.

1981: Ob man verheiratet war oder nicht – in Sachen Sex zeigten sich kaum mehr Unterschiede. Auch gleichgeschlechtlicher Sex war inzwischen akzeptiert. Außerdem erlebten die Jugendlichen durchschnittlich vier Jahre früher ihr erstes Mal.

1996: Die serielle Monogamie, also die Treue innerhalb von aufeinanderfolgenden Beziehungen, war jungen Menschen inzwischen wichtig. Die Akzeptanz sexueller Spielarten orientiert sich inzwischen nicht mehr an gesamtgesellschaftlichen Vorstellungen, sondern hängt einzig vom Einverständnis der beteiligten Partner ab. Und: Rund 95 Prozent allen heterosexuellen Sexes fanden in festen Beziehungen statt.

2011: Die Ergebnisse liegen im Einzelnen noch nicht vor. Spannend: Internet und „neuen Medien“ dürften Einfluss auf Sexualmoral und -verhalten gewonnen haben.

Der Druck der Möglichkeiten

Ann-Marlene Henning arbeitet in Hamburg als Sexualtherapeutin. Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen moderiert sie außerdem die große Aufklärungsshow Make Love – Liebe machen kann man lernen. Die tz sprach mit ihr über Liebe, Lust und Sex der jungen Frauengeneration:

Sind Frauen heute experimentierfreudiger?

Ann-Marlene Henning: Ja. Allerdings mit großem „Aber“. Die jungen Frauen haben heute eine unglaubliche Vielfalt sich zu informieren, sich Wissen anzueignen, sich inspirieren zu lassen. Und obwohl sie – etwa beim Anschauen eines Pornos – wissen, dass es sich um eine künstliche Welt handelt, haben viele junge Frauen das unterschwellige Gefühl, dass sie die gezeigten Dinge auch ausprobieren müssen – ob sie es wirklich wollen und es ihnen tatsächlich Spaß macht oder nicht.

Dann ist das Bild der selbstbewussten Frau noch immer eine Illusion?

Henning: Bis heute sind Geschlechterrollen prägend: Noch immer wird in der Werbung das Bild erzeugt, dass Frau etwas für den Mann tun muss. Parallel dazu gibt jetzt aber auch das andere Extrem: Der Mann wird zunehmend zum Sexualobjekt degradiert – er muss es bringen! Meiner Erfahrung nach, gibt es nur einen Teil von Frauen, die selbstbewusst mit ihrer Sexualität umgehen und Grenzen setzen können Allerdings ist das nicht einfach. Ein gutes Gefühl für sich selbst und zum eigenen Geschlecht ist für ein erfüllendes Sexualleben essentiell. Und nach wie vor lernen viele junge Mädchen dieses nicht. Im Gegenteil. Ich glaube nicht, dass die Mädchen auf einmal aus dem Nichts ihr Geschlechtsteil mögen können, wenn sie von Frauen erzogen werden, die selber damit Probleme haben.

Wie meinen Sie das?

Henning: Schon kleine Mädchen bekommen zu hören: Schlag die Beine übereinander, nimm die Hand da unten weg und wasch dich. Solange eine Frau ihr eigenes Geschlechtsteil nicht mag, ihren Kern, ihr Innerstes – kann sie auch nicht genussvoll ihre Beine öffnen, jemanden hereinlassen und auch noch Spaß für sich haben.

Inwiefern unterscheiden sich die sexuellen Herausforderungen für die jungen Frauen heute von denen anderer Generationen?

Henning: Im Grunde hat sich nicht der Umgang mit der eigenen Sexualität geändert, lediglich der Bereich der Möglichkeiten. Immer geht es um Quantität. Das hat nichts mit der Qualität des Sexes zu tun. Hat mir das Spaß gemacht? Habe ich mich dabei wohlgefühlt? Habe ich überhaupt etwas gespürt? Das lässt sich selten mit Studien belegen, weil danach nicht gefragt wird. 20 bis 30 Prozent der Frauen bekommen keinen Orgasmus. Diese Zahl hat sich auch im Laufe der Zeit nicht geändert. Man kann nur kommen, wenn man gelernt hat, was einem gut tut.  

Übrigens: Für eine Fortsetzung Ihrer TV-Reihe sucht Ann-Marlene Henning noch Frauen, die über ihre unerfüllten Wünsche sprechen möchten. Kontakt über makelove@gebrueder-beetz.de)

Quelle: lust-tz

Rubriklistenbild: © dpa

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