"Unterwäsche habe ich offiziell nie an"

Exklusiv: Telefonsex-Starstimme zeigt erstmals ihr Gesicht

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Wie sieht Phonebitch alias Sandra Bewer (43) aus? Wir machen's spannend. Klicken Sie sich hier durch die Bilder.
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Hinter dem Telefonsex-Pseudonym "Phonebitch" verbirgt sich Sandra Bewer (43).
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Hinter dem Telefonsex-Pseudonym "Phonebitch" verbirgt sich Sandra Bewer (43).
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Hinter dem Telefonsex-Pseudonym "Phonebitch" verbirgt sich Sandra Bewer (43).

Luxemburg/München - "Für meine Kunden habe ich Körbchengröße 90C", sagt sie. Erstmals zeigt hier eine Starstimme aus der Telefonsex-Branche ihr Gesicht - und erklärt im Interview die Gründe.

Bisher kannten Ihre Kunden sie nur unter dem Namen "Phonebitch": die Luxemburgerin, die seit vielen Jahren via Telefonsex ihre Kunden am anderen Ende der Leitung glücklich macht. Unter dem Pseudonym veröffentlichte sie auch ein Buch ("Schmutzige Nummern - Kuriose Erlebnisse vom anderen Ende der Sexhotline", Piper-Verlag) und betreibt einen Blog. Insofern zählt sie durchaus zu den Stars der Telefonsex-Szene.

Auf tz.de lüftet sie nun exklusiv und erstmals ihre Identität: Sie heißt Sandra Bewer, ist 43 Jahre alt. Und gab uns auch die Erlaubnis, Bilder von ihr (klicken Sie sich oben durch die Fotostrecke!) zu zeigen. Schluss mit dem Versteckspiel!

Im Interview mit unserer Onlineredaktion erklärt sie die Gründe für das "Outing". Das Gespräch findet am Telefon statt. Und ja, wer ihre Stimme hört, kann nachvollziehen, warum sie die Kunden in ihren Bann zieht. Sandra Bewer könnte auch ein Telefonbuch vorlesen und klänge immer noch erotisch. Das Interview:

Sie haben unter dem Pseudonym „Phonebitch“ ein Buch über Ihre Telefonsex-Aktivitäten geschrieben und betreiben seit Jahren einen Blog. Jetzt haben Sie sich an unsere Redaktion gewendet, um erstmals Ihre Identität offenzulegen, mit Ihrem Gesicht und Ihrem echten Namen Sandra Bewer. Warum?

Sandra Bewer: Luxemburg ist ein recht kleines Land. Wenn das Wort "Sex" vorkommt und man preisgibt, wer man ist, wird hier gleich mit dem Finger auf einen gezeigt. Weil ich jetzt ins Ausland ziehe, kann ich mich öffentlich zeigen, da ist es mir egal, wenn danach die Häme kommt.

Wo zieht es Sie hin?

Bewer: Nach England in die Nähe von Manchester, der Liebe wegen. Ich habe einen Engländer kennengelernt und ziehe jetzt zu ihm.

Was sagt er zu Ihrem Telefonsex-Job?

Bewer: Er findet das unheimlich witzig und sieht, wie leicht man damit Geld machen kann.

Keine Eifersucht?

Bewer: Auf gar keinen Fall. Er hat mich ja schon dabei gesehen. Da erzähle ich den Leuten, ich würde Reizwäsche tragen und sitze in Wirklichkeit im Pyjama da. Er sieht, dass das alles nur Fake ist.

Ist Telefonsex Ihr Hauptjob?

Bewer: Nein, ich bin Sicherheitsbeamtin am Flughafen, und das noch für weniger als einen Monat, bevor es nach England geht.

Ihre Stimme hat bei den Kontrollen am Flughafen noch nie jemand erkannt?

Bewer: Nein. Ohnehin wissen bisher nur eingeweihte Freunde Bescheid.

Wollen Sie auch nach dem Umzug nach England dem Telefonsex-Gewerbe treu bleiben? 

Bewer: Ja, ich werde probieren weiterzumachen. Bisher konnten wegen der Servicenummer nur die Luxemburger anrufen, deshalb standen mir nur 500.000 Menschen zur Verfügung. In England werden es Millionen sein. Dort werde ich auch probieren, mit Akzenten zu spielen, die Engländer lieben Frauen mit französischem und deutschem Akzent. Und ich kann ja beide Sprachen. Ich werde deshalb wohl auch probieren, einen Job als Übersetzerin zu finden. Ich hoffe aber, Telefonsex hauptberuflich zu machen. Vielleicht schreibe ich auch noch ein zweites Buch.

Da Sie eh oft mit Privatem zu tun haben, eine vertrauliche Frage: Wie viel verdient man mit Telefonsex?

Bewer: Ich verdiene zwischen 500 und 1500 pro Monat, und das nebenbei. Es gibt auch Tage, an denen weniger Kunden anrufen. So wie kürzlich an einem Samstag, als Champions-League-Finale war, da ging gar nichts. Die Anrufe kosten für den Kunden 1,71 Euro pro Minute, davon bekomme ich 1,19 Euro, der Rest geht an den Servicenummernanbieter. Den Stundenlohn kann man dann ausrechnen.

Das wären rund 100 Euro pro Stunde für den Kunden. Und gut 70 Euro für Sie. Fühlt man sich sich schlecht, wenn man den Anrufern so das Geld aus der Tasche zieht?

Bewer: Nein, die wissen das ja. Ich muss in den ersten 30 Sekunden den Preis nennen und nach dem Alter fragen. Die wissen ganz genau, worauf sie sich einlassen. Wenn die Telefonrechnung kommt, sind sie aber schon manchmal sauer und rufen an. Oder Ehefrauen oder Freundinnen, die es über die Telefonrechnung herausgefunden haben.

Was sagen Sie denen?

Bewer: Ich bin da nicht sehr gesprächig. Ich sage ihnen, das sollen sie mit ihrem Partner ausmachen.

Macht Ihnen der Telefonsex denn auch ein bisschen Spaß? Oder gibt es gar erregende Momente?

Bewer: Nein. Ich mache es nur wegen dem Geld.

Bei Ihnen prickelt es überhaupt nicht?

Bewer: Null komma Null. Das ist alles Fake. Und wer was anderes behauptet, der lügt. Es gibt einen Unterschied zwischem geschäftlichem Telefonsex und privatem.

Machen Sie denn privat mit Ihrem Freund auch Telefonsex?

Bewer: Nein, absolut nicht. Ich würde meinen Freund wie einen Kunden behandeln, das wäre ein No-Go.

Gefällt es Ihnen denn zumindest, dass Sie so etwas wie die Macht über die Anrufer haben?

Bewer: Ich spiele mit ihnen. Das macht schon Spaß, ein bisschen Macht zu haben. Das merkt man auch, wenn ich ihnen zum Schluss sage, sie sollen noch mal anrufen und wann ich zuhause bin. Und sie rufen dann tatsächlich wieder an. Das ist schon Macht.

Wie oft legen Sie am Ende den Hörer auf und können nur den Kopf schütteln?

Bewer: Von 100 Mal bestimmt 90 Mal.

Was sind die größten Lügen, die Sie Ihren Kunden auftischen?

Bewer: Das fängt beim Aussehen an. Und beim Alter. Ich bin seit zwölf Jahren 25 Jahre alt, und es fällt keinem auf. Auch Stammkunden nicht.

Was erzählen Sie denn, wie Sie aussehen? Körbchengröße Doppel-D und keine Unterwäsche an? Oder einfach immer, was der Anrufer hören will?

Bewer: Unterwäsche habe ich offiziell sowieso nie an. Ich erzähle, ich hätte lange blonde Haare, blaugrüne Augen, sei 1,72 Meter groß, wiege 55 Kilo. Und hätte Körbchengröße 90C. Ich mach's aber, wie der Kunde will und sehe so aus, wie er möchte.

Und wie sehen da die Wünsche aus?

Bewer: Behaart. Sehr viele Haare überall. Manche wollen aber auch eine ganz Dicke.

Sie haben ja schon viele schräge Geschichten erlebt, die Sie in Ihrem Buch und auf Ihrem Blog erzählt haben. Welches ist Ihre liebste?

Bewer: Oh, das ist der Mann mit den Karotten. Da war ein Kunde, der jeden Tag eine Packung Möhren kauft und ... (... erzählt noch weiter, Anm. d. Red.)

Moment, ich fürchte, das können wir nicht schreiben. Erzählen Sie uns lieber Ihre zweitliebste Geschichte.

Bewer: Na gut. Ich habe mal einen Kunden ein bisschen verarscht. Ich habe ihn jeden Winter gefragt, ob er sich schon Winterkondome besorgt hat, die hätten ein anderes Profil und seien besser für die Haut. Und er hat mir das geglaubt und gemeint, er würde in die Apotheke gehen.

Und die drittliebste?

Bewer: Das ist die von einem alten Mann! Mitte 70, er war zum ersten Mal in einem Sexshop. Ihn hat es total gewundert, dass es Puppen zu kaufen gibt. Er hat nicht verstanden, dass sie so klein sind in den Kartons. Da habe ich gemeint, er müsse die schon aufblasen. Dann sagte er, er hätte in seinem Alter eh keine Luft mehr. Wie soll er denn seine Puppe aufblasen?

Was sind die Sätze, die in jedem Gespräch fallen?

Bewer: "Was hast du an?" Ansonsten ist der Ablauf eigentlich immer wie im Schema Porno. Das ist traurig irgendwie.

Gibt es Leute, die nur über Ihre Probleme plaudern wollen, und Sie machen den Jürgen Domian?

Bewer: Ja, die erzählen mir ihr ganzes Leben. Ich wurde von einem Kunden um Rat gefragt, welche Farbe das Auto haben soll, das er sich kaufen möchte. Und ich gebe auch manchmal Kochtipps.

Gibt es auch Anrufer, vielleicht Stammkunden, bei denen Sie die Fassade fallen lassen? Und zu denen Sie ein echtes Vertrauensverhältnis aufbauen?

Bewer: Nein, eigentlich nicht. Alles, was ich denen erzähle, sind Lügen. Ich probiere natürlich auch zu gefallen, damit sie nicht auflegen. Wenn sie über Politik quatschen wollen und merke, dass sie auf einer bestimmten Linie sind, dann versuche ich, da mitzureiten. Meinen echten Namen, mein echtes Alter weiß keiner.

Bisher. Durch unseren Artikel ändert sich das ja. Wie oft kommt denn der Wunsch der Anrufer, sich mal zu treffen? 

Bewer: Jeder Fünfte bietet Geld, will einen Kaffee trinken gehen, was essen gehen. "Gib mir deine Adresse, und ich schick dir Blumen", heißt es.

Können Sie es überhaupt nachvollziehen, wenn Männer auf Telefonsex stehen?

Bewer: Ja, schon. Es gibt viele, die sind alleine, einsam, trauen sich vielleicht nicht, zu einer Prostituierten zu gehen, etwa weil sie Angst vor einer Krankheit haben. Gerade die Stimme macht viel aus, sie wollen hören, wie ihr Name ausgesprochen wird. Da genügt ihnen ein Porno nicht oder eine Zeitschrift.

Sie machen die Leute glücklich?

Bewer: Auf jeden Fall. Das ist die sexuelle Seelsorge.

Rufen auch Frauen bei Ihnen an?

Bewer: Ich habe eine Lesbe, die mich anruft. Der Rest sind nur die hysterischen Ehefrauen oder Freundinnen. Oder Leute, die Tipps von mir wollen, wie man an eine Servicenummer kommt und auch so etwas aufbauen wollen. Denen verrate ich nichts. Ich will ja keine Konkurrenz.

Armin Linder

Quelle: lust-tz

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