Diana: Die Wünsche der Herren sind unendlich

+
Callgirl Vicky arbeitet bei der Agentur Diana

München - Die Chefin der Callgirl-Agentur Diana spricht im tz-Interview über die Wünsche der Kunden, die Vorgaben an die Mädchen und die absoluten Tabus in diesem Business.

Lesen Sie auch:

Escort-Dame verrät: "Ich fühlte mich wie eine Prinzessin"

Studentin und Callgirl: Münchnerin packt aus!

Münchner Prostituierte: Das sind meine Kunden!

Sie arbeiten vormittags im Büro oder in einer Verwaltung, sie kellnern, studieren oder sind alleinerziehend: Callgirls. Frauen, die käuflichen Sex anbieten. Im Rotlichtmilieu nennen sie sich Estelle, ­Vicky, Nadja oder Kim. Ihre echten Namen kennt kein Freier. Eines haben die Damen alle gemeinsam: Sie führen ein Doppelleben. In der tz-Serie von Tina Layes erzählen Callgirls aus ihrem Leben, über die Beweggründe, ihren Körper zu verkaufen, welche Männer zu ihnen kommen und über ihre erotischen Wünsche. Für die tz stehen die Escortchefin Diana und ihr Callgirl Vicky in einem ehrlichen Interview Rede und Antwort:

Ihre zwei Handys klingeln, fiepsen, piepsen, summen unentwegt: „Agentur-Diana, guten Tag – Ja, eine Stunde 220 Euro. Nein, im Appartement. Ja. Busenerotik ist dabei. Das müssen Sie mit der Dame ausmachen. Selbstverständlich, gerne. Danke …“

Diana Holzwarth leitet seit 18 Jahren erfolgreich ihre Escort- und Callgirl-Agentur Diana mit Sitz in Stuttgart. Von zehn Uhr morgens bis 23 Uhr nachts klingeln ihre Telefone, 363 Tage im Jahr, nur am Heiligen Abend und Silvester stehen sie still. Für die tz steht die Agentur-Chefin Diana Holzwarth in einem sehr ehrlichen Interview Rede und Antwort:

Die besten Orte für prickelnden Sex

Die besten Orte für prickelnden Sex

Beim Thema Escort entsteht oft der Eindruck, dass Männer die bezahlten Frauen fein zum Essen ausführen, in die Oper gehen, sprich alles mögliche mit ihr anstellen – nur der Sex, der ist Nebensache. Wie ist es wirklich?

Die Preise der Agentur Diana:

1 Stunde 220 Euro

2 Stunden 310 Euro

2 Stunden mit 2 Damen 590 Euro

3 Stunden 450 Euro

4 Stunden 570 Euro

12 Stunden (Übernachtung) 990 Euro

24 Stunden (Tag) 1490 Euro

48 Stunden (Wochenende)2500 Euro

Diana Holzwarth: Das ist ein falsches Bild. Der Escort-Service vermittelt in erster Linie rein erotische sexuelle Kontakte. Das ist auch zu 90 Prozent von den Herren so gewünscht. Sie rufen an und buchen ab einer bis zwei, drei Stunden. Die Männer treffen sich mit der Dame im Hotel, im Agentur-Appartement oder zu Hause. Selbstverständlich wird bei den Treffen Konversation betrieben und mal ein Gläschen getrunken. Es sind aber höchstens zehn Prozent, die eine Dame zum Musical mitnehmen oder für ein Abendessen buchen. Das ist auch nachvollziehbar: Jeder Mensch kennt doch jemanden, den er zum Essen einladen kann. Stellen Sie sich vor, sie buchen eine Escort-Dame und gehen dann noch in ein feines Lokal, da sind Sie ja locker 500 Euro los.

Seit 18 Jahren leiten Sie Ihre Callgirl-Agentur. Was hat sich verändert?

Diana: Die Wünsche der Herren haben sich drastisch verändert. Früher waren die Männer mit dem – sagen wir „normalen“ Sex – glücklich. Heute kommen sie mit Wünschen, da frage ich mich, was das noch mit Sex zu tun haben soll. Drastische Sachen lehnen wir ab.

Zum Beispiel?

Diana: Diskretion hat Priorität: Die Wünsche der Herren sind unendlich …

Haben Sie auch schon Kunden abgelehnt?

Diana Holzwarth

Diana: Ja, es gibt immer wieder Anrufer, die nachfragen: „Sie haben doch bestimmt auch Mädchen unter 18 Jahren, so unter dem Ladentisch, oder?“ Da werde ich richtig wütend. Das finde ich furchtbar. Auch diese Frage wird häufig gestellt: „Gibt es bei Ihnen auch Damen, die alles ohne machen?“ Ganz klar: Kondome sind Pflicht bei uns. Alles andere ist tödlich. Ich bin da sehr rigoros. Diese Herren werden gesperrt. Es nützt auch nichts, wenn sie ihre Nummern wechseln und nochmal anrufen. Wenn ich mal eine Stimme gehört habe, vergesse ich sie nicht mehr. Ich habe im Laufe der Jahre eine Routine entwickelt; ich kenne die Pappenheimer.

Apropos Sicherheit: Geben Sie Ihren Damen Vorgaben?

Diana: Ja, wenn es zu sehr in den SM-Bereich abrutscht. Zum Beispiel darf sich keine meiner Damen fesseln lassen. Und sie müssen sich vor jedem Termin bei mir melden – und danach, wenn der Herr weg ist.

Über 20 Damen bieten bei Ihnen Begleitservice an. Welche werden bevorzugt?

Diana: Damen, die schlank sind, also Konfektionsgröße 34, 36 und die Jungen zwischen 18 und 25 Jahren. Grundsätzlich ist es im Escort so, dass mollige Frauen und die über 40-Jährigen weniger gebucht werden.

Aphrodisiaka: Zutaten für eine heiße Liebesnacht

Aphrodisiaka: Zutaten für eine heiße Liebesnacht

Vicky: „Es geht den Männern nur um Sex“

Vicky, 22 Jahre jung, sitzt lässig in Jeans gekleidet in dem Appartement, das von ihrer Escortagentur Diana in einem Gewerbegebiet gemietet ist. Sie hat heute frei. Vormittags arbeitet sie als Büroangestellte, ab Nachmittag steht sie dem käuflichen Sex zur Verfügung. Seit über einem Jahr arbeitet Vicky für die Agentur Diana, einem Begleitservice im Luxussegment, und erzählt der tz sehr offen von ihrem Job. „Ich lerne viele interessante Männer kennen. Du musst schon eine große Allgemeinbildung haben, um diesen Job zu machen“, sagt Vicky.

Schließlich seien die meisten Kunden erfolgreiche Männer in hohen Positionen. Etwa zwei bis vier Termine nimmt Vicky am Tag an. Etwa 30 bis 50 Prozent seien Stammkunden. Manchmal würde einer fremdgehen, wenn zum Beispiel eine neue Frau in die Agentur einsteigt: „Dann wollen alle erst mal zu ihr – danach kehren sie zurück“, erzählt Vicky und lacht dabei herzlich.

Über dieses ganze romantische Pretty-Woman-Getue kann sie sich nur amüsieren: „Ich sag‘ Ihnen mal was: Ich war in dem einen Jahr in der Diana-Agentur nicht ein einziges Mal mit einem Kunden essen, geschweige denn im Musical oder Theater. Für drei Übernachtungen wurde ich gebucht, da habe ich nicht einmal ein Frühstück bekommen. Den Männern geht es nur um Sex“, so Vicky. Das sei doch auch logisch: „Wenn es so wäre, dann würde es ja jede Frau machen!“

Kondome sind Pflicht

Und Vicky bestätigt das, was auch ihre Chefin Diana sagt: „Die sexuellen Neigungen werden immer spezieller, um nicht zu sagen perverser.“ Preisgeben könne sie das alles gar nicht. Nur soviel sei gesagt: „Es gibt nichts mehr, was mich schocken könnte.“ Sie sei zwar für alles offen, aber ihre Seele würde sie niemals verkaufen. Manches Mal gehe es einfach zu weit, wie beispielsweise bei dem Mann, der während des Sex einen Tierporno schauen wollte. Sie habe strikt abgelehnt.

„Viele wollen auch ohne Kondom. Das geht gar nicht. Einer hat mal versucht, während des Sex den Gummi abzuziehen. Ich habe ihn rausgeworfen – und auf meine schwarze Liste gesetzt“, berichtet Vicky. Nein, keiner der Kunden habe sie abgelehnt. Tatsächlich habe sie einmal einen rausgeworfen, der sehr ungepflegt war: „Ehrlich, der hat gestunken wie ein alter Ziegenbock. Er wollte sich aber nicht duschen. Ich sagte ihm, er solle meine Auslagen zahlen – und gehen …“

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Nackte mitten in der Stadt: War es gar kein Kunstprojekt?
Nackte mitten in der Stadt: War es gar kein Kunstprojekt?
One-Night-Stands: So ticken die Deutschen
One-Night-Stands: So ticken die Deutschen

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion